Schon vor Jahren war der Slogan schnell entworfen. „Digitale Bürgerbeteiligung“ um die Digitalisierung und Social Media dafür zu nutzen, aktiv zu werden. Die einen sahen darin große Chancen, wieder Politik zu machen, Andere Ihre Interessen gestützt zu bekommen und ganz Andere als Pseudoschritt so zu tun als ob man seine Bürger im Kreisverband, in der Gemeinde oder in der Stadt an den Prozessen beteiligt. Doch was ist 5 Jahre später passiert. Wie ist es heute? Nutzen die Bürgerinnen und Bürger diese Portale und die Angebote welche sie bieten? Wird neue, digitale Politik gestaltet? Wird der Bürger bei den Entscheidungen einbezogen, die getroffen werden? Eine Unterhaltung bei einem Kunden, welcher sich so eine Beteiligung für seine Mitarbeiter wünscht weckte das Interesse, mal ein paar Portale unter die Lupe zu nehmen.

  • Wie aktiv sind sie?
  • Wieviele Dialoge finden statt?
  • Wer ist der Treiber?

Die Recherche war relativ ernüchternd. Die Beteiligung war mau und teilweise fanden wir sehr große Zeitspannen zwischen aktiver Beteiligung und Ruhephasen. Was uns aufgefallen ist, dass es mehr Kommunen und Städte anbieten, als Ortsparteien, Kreisverbände oder politische Persönlichkeiten direkt. Ja, vereinzelt haben Sie eine Facebook Fanseite, aber möchte ich auf der Fanseite die politischen Themen besprechen die mir nicht passen, oder stellt die Fanseite nur Monoposts dar?

Die große, wirklich digitale Bürgerbeteiligung in der Politik ist ausgeblieben. Warum? Ist die Einschätzung der Beteiligung zu gering ausgefallen? War und ist es die Angst vor dem Ungewissen? Nach intensiven und interessanten Gesprächen kamen wir zu einer möglichen Ursache. Jene, die sich beteiligen würden, sind nicht digital und die Digitalen, sind nicht interessiert. In Zahlen könnte man es so zusammenfassen. Die höchste Wahlbeteiligung liegt derzeit bei 50 Plus. Die größte Aktivität der Digitalisierung (Anwender von digitalen Diensten sowie Smartphones und App) sind unter 40. Die Lücke von 40 bis 50 ignorieren wir in dieser Annahmen mal.

Bedeutet: Es ist ein Angebot für Menschen, welche es technisch nicht nutzen, es sie aber interessiert und für Menschen die es nutzen könnten, aber nicht interessiert. Schwierig!

 

 

Angelo